Fast Jeder wünscht sich eine Samtpfote die zutraulich, verspielt und verschmust ist. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn die neue Katze ängstlich ist. Wie du deine scheue Katze eingewöhnen kannst, das erfährst du nun.

Scheue Katze eingewöhnen. So geht's!
Scheue Katze eingewöhnen. So geht’s!



Scheue Katze eingewöhnen

Warum die Katze Angst hat

Meistens ist es schwierig bis unmöglich den Grund für die Angst der Katze heraus zu finden vor allem dann, wenn es sich um eine neue Katze handelt. Besonders Katzen aus dem Tierheim haben die ein oder andere schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht und das Vertrauen verloren.

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das sie schlecht behandelt wurden. Denn auch ein falscher Umgang aus Unwissenheit kann der Auslöser für Ängste bei der Katze sein. Aber auch bei bereits im Haushalt lebenden Katzen kann es passieren, dass sie plötzlich Angst haben.


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Die Auslöser dafür sind dann Veränderungen im Lebensumfeld wie beispielsweise ein Umzug oder neue Möbel, ein bevorstehender Tierarztbesuch, das ungeliebte Auto fahren oder der Besuch von fremden Menschen.

Handelt es sich um kurzfristige Veränderungen wird sich die Katze auch schnell wieder davon erholen und ihre Angst ablegen sobald der Besuch gegangen oder der Tierarztbesuch überstanden ist.



Scheue Katze eingewöhnen. Schritt für Schritt

1. Rückzugsorte anbieten

Zieht eine scheue Katze ein wird sie sich zunächst ängstlich nach einem Versteck umsehen sobald die Transportbox geöffnet wird und sich dort verkriechen. Deshalb ist es wichtig ihr genug Rückzugsmöglichkeiten anzubieten und sie dort nicht zu bedrängen.

Manche Katzen verkriechen sich dann unter oder hinter der Couch oder dem Bett und beobachten von dort die neue Umgebung. Aber auch Katzenhöhlen oder verbaute Ecken wo der Mensch nicht ohne weiteres hinkommt können als Versteck dienen.

Scheue Katze eingewöhnen. Rückzugsorte anbieten
Scheue Katze eingewöhnen. Rückzugsorte anbieten

Um das Vertrauen deiner neuen Katze zu gewinnen, solltest du sie dort in Ruhe lassen. Falsch wäre nun ihr hinterher zu laufen, sie aus ihrem Versteck hervor zu zerren und trösten zu wollen. Denn das funktioniert nicht und du machst ihr damit nur noch mehr Angst.

Das Einzige was man nun noch tun kann ist ihren Futternapf zu füllen, Wasser bereit zu stellen und das Katzenklo mit Streu zu befüllen. Allerdings wird sie wohl erst nachts wenn alles ruhig ist auf Erkundungstour gehen. Aber das ist völlig normal.



2. Alltagsroutine beibehalten

Auch wenn du deine scheue Katze nun den ganzen Tag nicht mehr siehst, ist es das beste sie in Ruhe zu lassen. Denn so kann sich deine scheue Katze ganz nach ihrem Tempo eingewöhnen. Gehe einfach deinen gewohnten Tätigkeiten wie sonst auch nach.

So lernt die ängstliche Katze den Tagesablauf und die alltäglichen Geräusche der neuen Familie aus sicherer Entfernung am besten kennen. Schaue ab und zu kurz nach ihr und verhalte dich ansonsten wie immer.

Vermeiden sollte man am Anfang jedoch die Wohnung zu saugen da die meisten Katzen Angst vor dem Staubsauger haben. Das kann man auch vor dem Einzug der Katze nochmal erledigen. Und auch Bohren oder andere laute Geräusche sollte man am Anfang besser unterlassen.



3. Erste Annäherungsversuche starten

Bemerkst du nun das deine ängstliche Katze langsam etwas an Sicherheit gewonnen hat, dann kannst du die ersten vorsichtigen Annäherungsversuche starten. Das gelingt am besten mit Ruhe und viel Geduld.

Kommt deine scheue Katze langsam auf dich zu, dann ist das ein erstes gutes Zeichen beim eingewöhnen. Begebe dich auf ihre Höhe und gehe in die Hocke oder setze dich auf den Boden. Dann halte ihr zunächst nur deine Hand hin und lass sie daran schnuppern.

Danach kannst du ihr ein Leckerlie anbieten, beruhigend mit ihr reden und sie anblinzeln. Das wird sie als positives Zeichen verstehen und vielleicht sogar erwidern. Dann ist bereits das Eis gebrochen und deine scheue Katze beim eingewöhnen einen Schritt weiter.

Scheue Katze eingewöhnen. Erste Annäherungsversuche
Scheue Katze eingewöhnen. Erste Annäherungsversuche

Aber Vorsicht auch wenn dein neues Kätzchen noch so süß ist, starre sie nun nicht unentwegt an. Denn das würde sie als Bedrohung empfinden und die erste Annäherung gleich wieder zunichte machen.

Ebenso falsch wäre es jetzt sie hoch nehmen zu wollen oder anderweitig zu berühren. Dafür ist es einfach noch zu früh. Das muss noch etwas warten. Übe dich in Geduld damit sich deine scheue Katze stressfrei eingewöhnen kann.



4. Jagdtrieb wecken

Im nächsten Schritt kannst du versuchen deine scheue Katze zum spielen zu animieren. Das funktioniert meistens sehr gut, vor allem wenn du auch dabei mit Leckerlies arbeitest. Anregungen für jede Menge tolle Spielideen findest du im Artikel Die besten Katzenspiele für Wohnungskatzen.


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Als Spiele für scheue Katzen eignen sich alle die noch etwas Abstand bieten. Denn deine ängstliche Katze ist nach wie vor in Alarmbereitschaft und wird bei jedem Angst einflößendem Geräusch sofort die Flucht ergreifen.


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Deshalb sind Spiele mit einer Katzenangel oder Bällen, die man von sich weg wirft oder rollt am besten geeignet. Dadurch wird die Neugier und der Jagdinstinkt geweckt und die scheue Katze vergisst für einen Moment ihre Angst.

 

5. Geduld haben

Entwickele ein Gespür dafür wie viel Nähe deine scheue Katze schon zulässt. Gehe dabei langsam und behutsam vor, denn nur so gewinnst du schrittweise ihr Vertrauen. Freue dich über jeden noch so kleinen Fortschritt. Und denke immer daran die Katze gibt das Tempo der Annäherung vor nicht du.

Bedränge sie nicht, denn mit der Zeit wird sie von selbst spüren, dass ihre neuen Menschen ihr nichts Böses wollen. Und dann wird sie schon bald erste vorsichtige Berührungen zulassen und ihr Versteck immer öfter auch tagsüber verlassen.

Ruhe und Geduld sind dabei das A und O und der Schlüssel zum Erfolg will man die scheue Katze erfolgreich eingewöhnen. Denn ein Bedrängen oder Überzeugen wollen funktioniert nicht und macht im Gegenteil kleine Fortschritte sofort wieder zunichte.



Scheue Katze eingewöhnen. Fazit

Eine scheue Katze eingewöhnen braucht eben Zeit. Wie lange es dauert bis die ängstliche Katze auftaut ist unterschiedlich und hängt von der Ursache ab. Bis die Katze ihre Angst verliert können so wenige Tagen bis mehrere Wochen vergehen.


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Für ein glückliches Katzenleben

Sollte dieser Prozess allerdings zu lange anhalten muss man auf Ursachenforschung gehen. Gibt es Familienmitglieder die die scheue Katze bedrängen oder kleine Kinder im Haushalt denen das Verständnis für den neuen Mitbewohner noch fehlt?

Oder fühlt sich die scheue Katze unwohl, weil ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden? Fällt es einem selbst zu schwer das heraus zu finden kann man die professionelle Hilfe von erfahrenen Katzenfreunden in Anspruch nehmen.

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Scheue Katze eingewöhnen. Deine Erfahrung?

Hattest du schon einmal eine scheue Katze, die du eingewöhnen musstest? Wie bist du dabei vorgegangen? Schreibe es mal in die Kommentare. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du dabei gemacht hast.



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(Zuletzt aktualisiert im Oktober 2021)


Scheue Katze eingewöhnen. So geht’s!
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4 Kommentare zu „Scheue Katze eingewöhnen. So geht’s!

  • 29. Juni 2017 um 9:45
    Permalink

    Zum Glück habe ich damit nicht so die Probleme gehabt.

    Alle waren zwar am Anfang etwas verängstigt, ansonsten aber alles entspannt, wir haben denen am Anfang auch Ruhe gelassen. Außer der Monti, die ist heute noch leicht zurückgezogen, na eher in die Kategorie ‘leicht schreckhaft’ einzuordnen. Da darf man sich manchmal nicht zu schnell bewegen. Was für die anderen Kater noch voll im Rahmen ist, ist für Monti schon ne Spur zu rasant. Jedoch im Laufe der Zeit haben wir alle einen Weg gefunden. Das ist aber auch nur das einzige und wenn man es weiß nimmt man halt so gut wie es geht Rücksicht drauf.

    LG
    Marlene

    Antworten
    • 2. Juli 2017 um 12:59
      Permalink

      Das hört sich doch gut an liebe Marlene. Jede Katze ist eben anders und darauf bei Monti Rücksicht zu nehmen ist der richtige Weg. Vielleicht verliert er seine Angst so bald ganz. Ich drücke euch dafür ganz fest die Daumen.

      LG Gabi

      Antworten
  • 20. Juni 2017 um 11:59
    Permalink

    Die Erstkatze, die ich mit meinem Mann zusammen aufgenommen hab, unsere Shallina, war auch erst sehr zurückhaltend. Am ersten Abend war sie erst mal unter der Küchenbank verschwunden und wir haben sie ganz in Ruhe gelassen. Das Futter haben wir ihr auch in die Küche gestellt, damit sie wenigstens dafür mal rauskommen konnte und nicht gleich einem von uns begegnen musste.

    Und dann, spät abends, kam auf einmal das Stupsnäschen um die Ecke im Wohnzimmer und schwups! unter die Couch ;-) Sie war ja noch so winzig :)

    Aber ab dem 2. Tag wars schon was besser, sie kam zu uns, beschnupperte uns und traute sich dann sogar mal zu mir auf die Couch, da ist mir das Herz aufgegangen.
    Später war sie nur zurückhaltender, wenn für sie erst mal fremde Personen im Haus waren, aber sie hat sich dann auf den Kratzbaum ganz nach oben verzogen und hatte von dort alles im Blick.

    Bei Douglas war das bei Besuch später auch so. Wir haben ihm einfach die Freiheit gelassen, ganz selbst zu entscheiden, was und wen er um sich haben wollte :)

    Ich kenne allerdings auch Leute, die ihre Katzen dann gezwungen haben, den Besuch auch “zu begrüßen”, obwohl man ganz klar gesehen hat, die Miezen würden sich am liebsten in Luft auflösen! Fand ich immer grausam!

    Von Scheu ist jetzt beim Wutz keine Spur. Nur beim Tierarzt, da ist kleine verrückte dann wirklich klitzeklein und am liebsten gar nicht vorhanden ;-)

    Antworten
    • 22. Juni 2017 um 11:09
      Permalink

      Da hast du instinktiv doch alles richtig gemacht und wurdest dafür belohnt. Toll.

      Das finde ich auch ganz schrecklich mit der gezwungenen Begrüßung, was du da schreibst. Da hätte ich mich bestimmt nicht zurück halten können und was dazu gesagt.
      Der TA ist eben eine Respektperson. Da haben fast alle Katzen schiss :nick:

      LG Gabi

      Antworten

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