Katzen Verhalten
Katzen Verhalten

Die meisten Katzenhalter wünschen sich eine Samtpfote die verspielt und verschmust ist und sich gern auf den Arm nehmen lässt. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn sich die neue Katze verängstigt zurück zieht, nicht anfassen lässt und versteckt. Aber das ist kein Grund gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Denn mit dem richtigen Verhalten kann man eine scheue Katze eingewöhnen und ihr Vertrauen gewinnen. Wie deine ängstliche Katze zutraulich wird. 

 

Scheue Katze zähmen

Warum die Katze Angst hat

Meistens ist es schwierig bis unmöglich den Grund für die Angst der Katze heraus zu finden vor allem dann, wenn es sich um eine neue Katze handelt. Besonders Katzen aus dem Tierheim haben die ein oder andere schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht und das Vertrauen verloren. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das sie schlecht behandelt wurden. Denn auch ein falscher Umgang aus Unwissenheit kann der Auslöser für Ängste bei der Katze sein.

Aber auch bei bereits im Haushalt lebenden Katzen kann es passieren, dass sie plötzlich Angst haben. Die Auslöser dafür sind dann Veränderungen im Lebensumfeld wie beispielsweise ein Umzug oder neue Möbel, ein bevorstehender Tierarztbesuch, das ungeliebte Auto fahren oder ein plötzlicher Besuch von fremden Menschen. Handelt es sich um kurzfristige Veränderungen wird sich die Katze auch schnell wieder davon erholen und ihre Angst ablegen sobald der Besuch gegangen oder der Tierarztbesuch überstanden ist.

 

Scheue Katze eingewöhnen. Rückzugsmöglichkeiten

Zieht eine scheue Katze ein wird sie sich zunächst ängstlich nach einem Versteck umsehen sobald die Transportbox geöffnet wird und sich dort verkriechen. Deshalb ist es wichtig ihr genug Rückzugsmöglichkeiten anzubieten und sie dort nicht zu bedrängen. Manche Katzen verkriechen sich dann unter der Couch oder dem Bett und beobachten von dort die neue Umgebung.

Scheue Katze eingewöhnen. Versteckmöglichkeiten anbieten
Scheue Katze eingewöhnen. Versteckmöglichkeiten anbieten

Aber auch Katzenhöhlen oder verbaute Ecken wo der Mensch nicht ohne weiteres hinkommt können als Versteck dienen. Um das Vertrauen deiner neuen Katze zu gewinnen, solltest du sie dort in Ruhe lassen. Falsch wäre nun ihr hinterher zu laufen, sie aus ihrem Versteck hervor zu zerren und trösten zu wollen. Denn das funktioniert nicht und du machst ihr damit nur noch mehr Angst.

Das Einzige was man nun noch tun kann ist ihren Futternapf zu füllen, Wasser bereit zu stellen und das Katzenklo mit Streu zu befüllen. Allerdings wird sie aber erst nachts wenn alles ruhig ist und die Menschen schlafen zu ihren Näpfen gehen, das Katzenklo benutzen und die neue Umgebung erkunden. Aber das ist völlig normal.

 

Scheue Katze eingewöhnen. Alltagsroutine beibehalten

Auch wenn du deine scheue Katze nun den ganzen Tag nicht mehr siehst ist es das beste was du tun kannst sie in Ruhe zu lassen. Gehe deinen gewohnten Tätigkeiten wie sonst auch nach. So lernt die ängstliche Katze den Tagesablauf und die alltäglichen Geräusche der neuen Familie am besten kennen. Schaue ab und zu kurz nach ihr und verhalte dich ansonsten wie immer.

Vermeiden sollte man am Anfang jedoch die Wohnung zu saugen da die meisten Katzen im Allgemeinen Angst davor haben. Das kann man auch vor dem Einzug der Katze erledigen. Aber auch Bohren oder andere laute Geräusche sollte man am Anfang unterlassen. Denn dadurch hilfst du deiner neuen Katzen am besten.

 

Scheue Katze eingewöhnen. Erste Annäherungsversuche

Bemerkst du nun das deine ängstliche Katze langsam etwas an Sicherheit gewonnen hat kannst du die ersten vorsichtigen Annäherungsversuche starten. Das gelingt am besten mit Ruhe und viel Geduld.

Kommt die scheue Katze langsam auf dich zu dann gehe in die Hocke oder setze dich auf den Boden. Dann halte ihr zunächst nur deine Hand hin und lass sie daran schnuppern. Danach kannst du ihr ein Leckerli geben, beruhigend mit ihr reden und sie anblinzeln. Das wird sie als positives Zeichen verstehen.

Scheue Katze eingewöhnen. Erste Annäherungsversuche
Scheue Katze eingewöhnen. Erste Annäherungsversuche

Und auch wenn dein neues Kätzchen noch so süß ist, starre sie nun nicht unentwegt an. Denn das würde sie als Bedrohung empfinden und die erste Annäherung zunichte machen.

Aber auch jetzt wäre es falsch sie hoch nehmen zu wollen oder anderweitig zu berühren. Dafür ist es einfach noch zu früh. Das muss noch etwas warten.

 

Scheue Katze eingewöhnen. Jagdtrieb wecken

Im nächsten Schritt kannst du versuchen die scheue Katze zum spielen zu animieren. Das funktioniert meistens sehr gut und das erste Eis ist damit bereits gebrochen. Anregungen für jede Menge tolle Spielideen findest du im Artikel Die besten Katzenspiele für Wohnungskatzen.

Als Spiele für scheue Katzen eignen sich alle die noch etwas Abstand bieten. Denn deine scheue Katze ist nach wie vor in Alarmbereitschaft und wird bei jedem angsteinflößenden Geräusch sofort die Flucht ergreifen. Deshalb sind Spiele mit einer Katzenangel wie beispielsweise der Kitty Cobra oder Bälle die man von sich weg wirft oder rollt am besten geeignet.

Dadurch wird die Neugier und der Jagdinstinkt geweckt und die scheue Katze vergisst für einen Moment ihre Angst.

 

Scheue Katze eingewöhnen. Fazit

Entwickele ein Gespür dafür wie viel Nähe deine scheue Katze schon zulässt. Gehe dabei langsam und behutsam vor, denn nur so gewinnst du schrittweise ihr Vertrauen. Freue dich über jeden noch so kleinen Fortschritt. Und denke immer daran die Katze gibt das Tempo der Annäherung vor.

Bedränge sie nicht, denn mit der Zeit wird sie von selbst spüren, dass ihre neuen Menschen ihr nichts Böses wollen. Und dann wird sie schon bald erste vorsichtige Berührungen zulassen und ihr Versteck immer öfter auch tagsüber verlassen.

Ruhe und Geduld sind dabei das A und O und der Schlüssel zum Erfolg. Denn ein Bedrängen oder Überzeugen wollen funktioniert nicht und macht im Gegenteil kleine Fortschritte sofort wieder zunichte.

Eine scheue Katze eingewöhnen braucht eben Zeit. Wie lange es dauert bis die ängstliche Katze auftaut ist unterschiedlich und hängt von der Ursache ab. Bis die Katze ihre Angst verliert können so wenige Tagen bis mehrere Wochen vergehen.

Sollte dieser Prozess allerdings zu lange anhalten muss man auf Ursachenforschung gehen. Gibt es Familienmitglieder die die scheue Katze bedrängen oder kleine Kinder im Haushalt denen das Verständnis für den neuen Mitbewohner noch fehlt?

Oder aber fühlt sich die neue Katze unwohl, weil ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden? Fällt es einem selbst zu schwer das heraus zu finden kann man die professionelle Hilfe von erfahrenen Katzenfreunden, Katzenpsychologen oder Tierärzten in Anspruch nehmen.

 

Scheue Katze. Wie deine ängstliche Katze zutraulich wird
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4 Gedanken zu „Scheue Katze. Wie deine ängstliche Katze zutraulich wird

  • 29. Juni 2017 um 9:45
    Permalink

    Zum Glück habe ich damit nicht so die Probleme gehabt.

    Alle waren zwar am Anfang etwas verängstigt, ansonsten aber alles entspannt, wir haben denen am Anfang auch Ruhe gelassen. Außer der Monti, die ist heute noch leicht zurückgezogen, na eher in die Kategorie ‘leicht schreckhaft’ einzuordnen. Da darf man sich manchmal nicht zu schnell bewegen. Was für die anderen Kater noch voll im Rahmen ist, ist für Monti schon ne Spur zu rasant. Jedoch im Laufe der Zeit haben wir alle einen Weg gefunden. Das ist aber auch nur das einzige und wenn man es weiß nimmt man halt so gut wie es geht Rücksicht drauf.

    LG
    Marlene

    Antworten
    • 2. Juli 2017 um 12:59
      Permalink

      Das hört sich doch gut an liebe Marlene. Jede Katze ist eben anders und darauf bei Monti Rücksicht zu nehmen ist der richtige Weg. Vielleicht verliert er seine Angst so bald ganz. Ich drücke euch dafür ganz fest die Daumen.

      LG Gabi

      Antworten
  • 20. Juni 2017 um 11:59
    Permalink

    Die Erstkatze, die ich mit meinem Mann zusammen aufgenommen hab, unsere Shallina, war auch erst sehr zurückhaltend. Am ersten Abend war sie erst mal unter der Küchenbank verschwunden und wir haben sie ganz in Ruhe gelassen. Das Futter haben wir ihr auch in die Küche gestellt, damit sie wenigstens dafür mal rauskommen konnte und nicht gleich einem von uns begegnen musste.

    Und dann, spät abends, kam auf einmal das Stupsnäschen um die Ecke im Wohnzimmer und schwups! unter die Couch ;-) Sie war ja noch so winzig :)

    Aber ab dem 2. Tag wars schon was besser, sie kam zu uns, beschnupperte uns und traute sich dann sogar mal zu mir auf die Couch, da ist mir das Herz aufgegangen.
    Später war sie nur zurückhaltender, wenn für sie erst mal fremde Personen im Haus waren, aber sie hat sich dann auf den Kratzbaum ganz nach oben verzogen und hatte von dort alles im Blick.

    Bei Douglas war das bei Besuch später auch so. Wir haben ihm einfach die Freiheit gelassen, ganz selbst zu entscheiden, was und wen er um sich haben wollte :)

    Ich kenne allerdings auch Leute, die ihre Katzen dann gezwungen haben, den Besuch auch “zu begrüßen”, obwohl man ganz klar gesehen hat, die Miezen würden sich am liebsten in Luft auflösen! Fand ich immer grausam!

    Von Scheu ist jetzt beim Wutz keine Spur. Nur beim Tierarzt, da ist kleine verrückte dann wirklich klitzeklein und am liebsten gar nicht vorhanden ;-)

    Antworten
    • 22. Juni 2017 um 11:09
      Permalink

      Da hast du instinktiv doch alles richtig gemacht und wurdest dafür belohnt. Toll.

      Das finde ich auch ganz schrecklich mit der gezwungenen Begrüßung, was du da schreibst. Da hätte ich mich bestimmt nicht zurück halten können und was dazu gesagt.
      Der TA ist eben eine Respektperson. Da haben fast alle Katzen schiss :nick:

      LG Gabi

      Antworten

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